Geschichte

Es war einmal, vor ganz langer Zeit, damals, als alles begann……

Und es begab sich aber zu einer Zeit, weit zurück in der Vergangenheit, dass der alte Bus, der uns so treu und zuverlässig von Dietramszell bis nach München zum „Luisenbunker“, später dann, als es die S-Bahn gab, zum Deisenhofener Bahnhof fuhr, nicht mehr wollte. Die Haltestelle bei der Kandler’schen Kegelbahn war verweist, die letzten Fahrgäste tranken noch ein letztes Bier in der Gaststube, und das war’s dann. Ein verwaistes Haltestellenschild ist noch heute in der Zugspitzstrasse zu finden.

 

Längere Zeit gab’s dann nichts, und man musste sich irgendwie behelfen. Eigenes Auto beschaffen, Mitfahrgelegenheiten, irgendwie ging es, aber nicht so wirklich richtig. Dann, aufgepasst, ein Lichtblick!

 

Die Gemeinde Straßlach-Dingharting hob den L.O.B., den LokalenBeförderungsdienst, aus der Taufe. Ein kleiner Panoramabus mit einem teilweise freundlichen Fahrer fuhr auf Anruf innerhalb des Gemeindegebietes von Punkt zu Punkt, nahm dabei bei Bedarf aber auch noch andere Fahrgäste mit. Da konnte es dauern, bis man von A nach B kam, denn vielleicht schaute man ja auch noch vorher in C und D vorbei. Für Berufstätige eher keine Lösung, für Schüler, na ja, war es auch nicht so toll 30 Minuten zu spät zu kommen. Daran änderte sich auch nichts Wesentliches als die Gemeinde Oberhaching dem L.O.B. für die Altgemeinde Oberbiberg beitrat. Nach 2 Jahren war das Experiment am Ende.
 

Schon vor dem Betriebsbeginn des L.O.B. wurden die Biberger, Geblinghauser, Jettenhauser und die Einwohner von Kreuz- und Ödenpullach intensiv nach ihren Bedürfnissen befragt. Ein zweiseitiger Fragebogen an alle Haushalte ergab eine Rücklaufquote von mehr als 70 %, davon wagt kein Meinungsforschungsinstitut auch nur zu träumen. Das Ergebnis sollte später Grundlage sein in der Geburtsstunde des BBB.
 

Nach dem Ende des L.O.B. war erst mal Pause. Man erinnerte sich an die Umfrage, wälzte Gedanken hin und her. „Brainstorming“ heißt man es auf Neudeutsch, wenn viele Gehirne gemeinsam einen Gedankensturm auslösen. Und der Sturm verdichtete sich zu einer Idee, zum Konzept eines Bürgerbusses.
 

Schnell war die Idee einer Fahrtroute geboren, ein Fahrplan entwickelt. Fahrtstrecke und Fahrplan basierten auf den Ergebnissen der Umfrage Mit einem alten VW-Bus eines Bibergers wurde die Machbarkeit geprüft, Einsteigzeiten, Fahrgeschwindigkeiten und Pufferzeiten festgestellt. Auch an die nötigen „Pinkelpausen“ wurde gedacht und daran, dass auch bei sparsamster Fahrweise das Tanken nicht ganz ausbleibt.
 

Im Frühling 2003 erblickte die Idee des BibergerBürgerBus-Vereins das Licht der Kandler’schen Gaststube, im Sommer folgte die Gründung des BBB e.V. und im September 2003 mit Ende der Schulferien begann der reale Fahrbetrieb auf der Basis der Umfrageergebnisse. Er ist seitdem weitgehend unverändert geblieben, ein Zeichen dafür dass die Biberger sehr eindeutig ihre Meinung kundgetan haben und auch dazu stehen.
 

Viele haben gesagt: Das wird ja doch nichts, nach einem halben Jahr steht der Bus wieder in der Garage und alles ist vorbei. Ohne die vielen ehrenamtlichen Fahrer, die größtenteils von Anfang an dabei waren, wäre das Projekt auch wirklich zum Scheitern verurteilt gewesen. Die Hilfe von Bürgermeister Schelle und der Gemeinde Oberhaching trug zur Finanzierung der Fahrzeugkosten bei. Örtliche Firmen und Gewerbebetriebe sind ebenso Garanten des regelmäßigen Fahrbetriebes wie die vielen kleinen hilfreichen Geister, ohne die nirgends etwas funktioniert.
 

Nicht zu vergessen ist der soziale Aspekt dieses Verkehrsmittels. Leute, die einander nie begegnet wären, treffen sich. Man redet miteinander und lernt sich kennen. Und spart zudem die Kosten für eine weitaus teurere private Autofahrt. Und weiterhin gute Fahrt…….

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